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Ein russischer Züchter über WATO (de/en)


Auf der Achaltekkiner Mailliste fand eine hochinteressante Diskussion statt, die man einem breiteren Publikum nicht vorenthalten sollte, da sie Verhaltensweisen vorankündigt, denen sich internationale Züchter und Halter von Achaltekkinern anpassen werden müssen, sollte sich WATO tatsächlich gründen.

Etwas sollte zuvor erwähnt werden:

Nachdem eine erhebliche Anzahl an Züchtern gegen die Art und Weise, in der die Gründungsversammlung der WATO stattgefunden hatte, protestiert hatten (bitte den Abschnitt WATO lesen), wurde seitens der Teilnehmer an dieser Versammlung offiziell zugesagt, daß diese Organisation nicht eingetragen werden würde, bevor nicht die MAAK ordnungsgemäß aufgelöst wurde und nicht auch jene, die nicht an der WATO-Versammlung teilnahmen, entweder weil nicht eingeladen oder weil am Kommen gehindert, ihre Gedanken über einen Online-Fragebogen hätten nachreichen können sollen.

Mehr dazu kann hier nachgelesen werden: http://www.akhaltekeuk.com/WATOreport.html

Hier also was ein Züchter, Mitbegründer von WATO und größerer Achaltekkiner-Gestütsbesitzer, während einer Diskussion über künstliche Befruchtung und Embryotransfers am 05.12.2008 durchblicken ließ. Seine Kommentare werden wortwörtlich wiedergegeben, wobei Englischfehler korrigiert wurden (die Originalantworten können Interessierten zur Verfügung gestellt werden).

"Auch wir schützen unsere Rasse. Also haben wir WATO gegründet. Und alle Stutbücher werden von WATO-Regeln bestimmt. Ihr im Westen könnt mit uns sein, oder ... tschüs. Das ist hart, aber wahr."

"... wir sind russische Züchter und wollen Hengste verkaufen, nicht Gefriersperma. Wenn ihr die Rasse fördern wollt, dann kauft unsere exzellenten Produkte und macht damit Werbung auf teuren Marketinggelegenheiten (Sport). Es ist nicht notwendig Langweiliges zu multiplizieren. Dann ist es wesentlich besser eure Aktivitäten einzustellen, statt ein Nichts zu promoten."

"Wenn ich Sie also richtig verstanden habe, dann gibt es viele über Embryotransfer und künstliche Befruchtung gezeugte Pferde? In diesem Fall werde ich bei der WATO beantragen, daß alle amerikanischen Achaltekkiner ausgeschlossen werden, bis eine spezielle Überprüfung erfolgt ist."

"Sie können denken, was Sie wollen, aber ab jetzt wird die WATO Pferde registrieren und die Zuchtpapiere ausstellen. Natürlich können Sie Pferde züchten wie Sie wollen, aber ohne den Namen Achaltekkiner. Diese Woche wird Herr Klimuk die Statuten für das Stutbuch vorbereiten und die WATO wird diese Regeln beschließen. Wenn ihr Amerikaner Achaltekkiner züchten wollt, dann müßt ihr eure Zucht erstreiten."

"Auf jeden Fall ist es unmöglich, sich ein solches Verhalten beim Vollblut vorzustellen. Die achaltekkiner Rasse hat auch Regeln, und WATO wird entscheiden, welche Regeln dies sind."

"... das ist die Weltorganisation der Achaltekkiner, und eure Pferde, wenn sie Achaltekkiner sind, müssen den Regeln der WATO entsprechen. In jedem anderen Fall sind es keine Achaltekkiner. Ist das kapiert?"

"Die WATO existierte von dem Augenblick an, als die wichtigsten Achaltekkiner-Züchter sie gegründet haben."

"Das (Erklär.: künstliche Befruchtung und Embryotransfer) war der größte Fehler des Araberzuchtmanagements, deshalb wurden sie schlau und beendeten AI und ET. ... Wie glauben Sie sind denn Vollblutpferde auch Pferde, oder nicht? Wie können Sie einen Achaltekkiner mit Warmblütern vergleichen? Das ist scheußlich, in diesem Fall ist es besser, Sie lassen den Achaltekkiner sein und züchten Warmblüter. Völlig andere Philosophie. Mehrere Jahre lang haben Sie die Entscheidung der Achaltekkinerzüchter ignoriert, Sie haben uns ausgelacht. Nun ists genug. Uns gehört diese Rasse, wir fördern und bewerben sie. Ihr im Westen habt nichts erschaffen und wollt uns zu einem Nichts machen."

"Ihr könnt egal was machen, aber ihr müßt kapieren, daß Amerika nur ein kleines Dorf auf der Landkarte der Achaltekkiner ist. Entweder ihr haltet euch an uns, oder ihr geht beiseite."

Abgesehen von der erstaunlich bösartigen und abwertenden Grundhaltung gegenüber dem Kundenkreis, dem dieser und andere Züchter vorzugsweise ihre ausgesonderten Pferde verkaufen, zu recht teuren Preisen noch dazu, gibt es mehrere Dinge, die hier bekannt werden - einmal unbetrachtet davon, was uns diese angeblich "internationale" und "demokratische" Weltzuchtorganisation in Zukunft bringen wird und wie sie ihre Entscheidungen fällen wird.

Offenbar und entgegen vorheriger Versprechungen ...

  • werden die Statuten und Regeln bereits vorbereit, ohne den Input derer, die nicht an der Gründungsversammlung teilnehmen konnten,
  • hat die Gründung der WATO bereits stattgefunden.

Zusätzlich wird es sehr deutlich, daß von westlichen Züchtern weder Beiträge ersucht werden, noch sollen diesen gestattet werden, sich in irgendeiner nennenswerten Weise einzubringen, und es ist klar, daß Regeln ausgesprochen exklusiv erstellt werden, um zu garantieren, daß russische Züchter, insbesondere die großen Gestüte, das Maximum an Geld aus der Zucht erzielen können, egal ob dies der Rasse nun zuträglich ist oder nicht.

Das ist ein ziemlicher Augenöffner, zumindest sollte es einer für jene sein, die in Bezug auf die russischen Züchter, und wie sie ihre Kunden betrachten, besonders die Nichtrussischen, nach wie vor eine rosarote Brille tragen. Aber es sagt auch Einiges darüber aus, wie sie die Rasse an sich betrachten.